Garten der Sinne

Im Garten der Sinne können Besucher Natur bewusst erleben

Riechen, schmecken, tasten

Der Verein Mittendrin leben e.V. steht für eine breite Palette von öffentlichen Angeboten. Eine besondere Möglichkeit für Jung und Alt, Lebensreichtum zu erfahren, bietet seit 2006 der „Garten der Sinne“ nahe dem S-Bahnhof Mahlsdorf in der Wodanstraße. Hier gedeiht eine bunte, duftende Vielfalt mit verschiedenen Grüntönen.

Überraschende Sichtachsen und ein spannender Reiz von Stauden und Hecken zeigen sich. Dazu gibt es farbenfrohe Spielsachen für die jüngsten Gäste.

Das Refugium von Natur und Stille in der Stadt betätigt beim Besucher fast automatisch den Reset-Knopf. Es lädt ein zum Innehalten und dem Gebrauch aller Sinne – schauen, hören, riechen, schmecken, tasten. 

 

Eine Mitarbeiterin hat soeben eine Führung mit fünfjährigen Kindergartenkindern begonnen. Sie weist auf das grüne Dach einer Pergola hin. Die Kleinen schauen nun bewusst und bestaunen kurze Zeit später auch den Teich mit Fischen und Fröschen darin und der kleinen Brücke darüber. Im Kräutergarten werden die Kinder gefragt: „Kennt Ihr diesen Geruch oder den Geschmack?“ „Kartoffelsuppe“­, ruft ein Mädchen. Richtig, gemeint war Liebstöckel, das Maggikraut. Damit es wächst und gedeiht, braucht es Regen – wie alle Pflanzen. Doch wenn der Regen mal ausbleibt – vielleicht hilft dann der Regenmacher, ein langes buntes Rohr für die typischen Prasselgeräusche dicker Wassertropfen. 

 

Und hier, vor den Insektenhotels, summen und surren lauter Bienen und Käfer! Die Häuser für die emsigen Tierchen werden übrigens in der Nadelholzwerkstatt des Vereins hergestellt und können auch von Interessenten gekauft werden. Zum Abschluss trinken die Kinder einen Tee aus Pfefferminze und Zitronenmelisse – hmm, der schmeckt!

 

Die Kids hatten ihren Spaß, doch beim Betreiber des Gartens macht man sich Sorgen. Denn mit geringstem Personal- und Finanzaufwand müssen die Besucherbetreuung, alles Gärtnerische und die speziellen Angebote für das sinnliche Erleben organisiert werden. Derzeit halten freiwillige Unterstützer und eine einzige Mitarbeiterin soweit alles in Ordnung. Immer weniger öffentliche Mittel stehen für das Projekt zur Verfügung. Die Öffnungszeiten des Gartens wurden daher schon eingeschränkt, erklärt die langjährige Geschäftsführerin Ursula Gobes. Gartenfreunde sollten aber auf keinen Fall verpassen, in diesem Sommer noch reinzuschauen. Geöffnet ist bis zum 31. Oktober, immer montags bis freitags von 8 bis 14.30 Uhr und nach Vereinbarung. Anmeldungen für geführte Gruppenbesuche­ unter T. 998  81  60.