Teesy geht wieder auf große Tour

Die ersten Konzerte des Kaulsdorfers sind bereits ausverkauft

Teesy geht wieder auf große Tour

Wer schon häufiger in Kaulsdorf war und sich das Video zu Teesys Gute-Laune-Song „Jackpot“ genau anschaut, wird verblüfft feststellen: Den Laden aus der Eingangsszene kenn’ ich doch. Tatsächlich wurde im Lebensmittelgeschäft von Heinz Vollack im Mädewalder Weg gedreht. Und das ist kein Zufall. Denn Teesy, der Gentleman-Rapper mit der souligen Stimme, verbrachte hier im Kiez seine komplette Kindheit und Jugend. 

 

Heute ist er immer noch oft zu Besuch – bei Freunden, seinen Eltern und natürlich bei Oma, in deren Haus sich der 26-Jährige ein Studio eingerichtet hat.  Klingt herrlich bodenständig – trotz der steilen Karriere, die Toni Mudrack, so heißt der Künstler mit bürgerlichem Namen, in den vergangenen Jahren hingelegt hat. 

 

„Dass ich von der Musik leben konnte, kam irgendwie über Nacht“, stellt Teesy rückblickend fest. Nach dem Zivildienst, den er am Krankenhaus Kaulsdorf leistet, verschlägt es den Abiturienten zunächst nach Kiel, wo er Deutsch und Sport auf Lehramt studiert. Nebenbei fasst er in der Hamburger Musikszene Fuß. Als dann das Stuttgarter Label Chimperator, bei dem auch der Panda-Masken-Rapper­ Cro unter Vertrag steht, auf den jungen Mann aus Kaulsdorf aufmerksam wird, nimmt seine Karriere mächtig Fahrt auf: Er geht mit Cro auf Tour, bringt sein Debütalbum „Glücksrezepte“ raus und tritt beim Bundesvision Song Contest 2014 an. Dort landet er mit der Ballade „Keine Rosen“ auf Platz drei. Die anschließende Tournee ist binnen 24 Stunden restlos ausverkauft. 

 

Und nicht nur mit seiner Musik – einer Mischung aus HipHop, R ‛n‘ B und Soul – setzt Teesy Akzente­. Das „GQ“-Magazin wählt ihn 2015 unter die fünf bestangezogenen Deutschen. Sein Markenzeichen: Weißes Hemd, schwarze­ Fliege und Hosenträger, inspiriert von Style-Vorbildern wie Frank Sinatra und Michael Bublé.

Inzwischen streift er den Smoking immer häufiger ab. Stattdessen sieht man den sympathischen Sänger jetzt in bunten Print-Hemden oder lässigen Shirts und Pullis. „Ich habe gemerkt, dass ich besser tanzen kann und mich viel lockerer auf der Bühne gebe, wenn ich nicht in feinem Zwirn stecke.“ Bei seinen Auftritten beweist Teesy­ mittlerweile vor tausenden Fans Eins-a-Entertainerqualitäten. Und das war nicht immer so. Sein erstes Konzert habe er mit 17 Jahren auf einer Gartenparty gegeben und als „extrem peinlich“ empfunden. „Ich konnte kein einziges Mal ins Publikum gucken.“ 

 

Fast zehn Jahre später ist mit „Wünschdirwas“ sein zweites Studioalbum erschienen. Auf der Platte wechseln sich energiegeladene Songs mit gefühlvollen Liedern ab, die alle eine Geschichte erzählen. Es geht um Sinnsuche, gesellschaftlich aktuelle Themen, Freundschaft und natürlich auch um Liebe und Herzschmerz. Denn Angst, von den ganz großen Gefühlen zu singen, hat Teesy, der seine Songs selbst schreibt, nicht. Sogar kitschig dürfe es mitunter mal sein: „Ich mag Kitsch. Für mich ist das kein Schimpfwort“, gibt er unumwunden zu. Warum auch über Drogenexzesse oder andere Eskapaden singen? Nichts liegt ihm ferner: „Ich bin behütet in Kaulsdorf aufgewachsen, hatte meine Familie, meine Freunde, meinen Fußball und die Musik.“

Ende Februar geht Teesy mit seiner sechsköpfigen Band wieder auf große Tour. Die ersten Konzerte sind schon ausverkauft. Nach Berlin, in die Columbiahalle, kommt er am 11. März. Weitere Infos im Internet auf  www.teesymusik.de