Gespielt wird, was die Leute hören wollen

Wie aus dem Duo Alexandrov die Alex-Band wurde

Gespielt wird, was die Leute wollen

Wenn die Alex-Band spielt, dann wird getanzt. Egal ob jung oder alt – die Leute bewegen sich im Takt der Musik: Sie singen mit, sie lachen, sie freuen sich. „Das war schon immer so und dafür sind wir wirklich dankbar“, sagt Alex. Als Urgestein der Familienband gründete der 69-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Rosita vor mehr als 40 Jahren das Duo Alexandrov.

Der studierte Musiker und die Sängerin kamen 1973 aus Bulgarien nach Berlin. Sie traten in verschiedenen Cafés auf und blieben schließlich in der DDR.

Erfolgreich tourten sie schon damals durch Skandinavien. Weil aber der Vermittlungsagentur der Band-Name zu lang erschien, wurde aus den beiden das Alex-Duo. Als Tochter Irena groß genug war, stand sie mit auf der Bühne und das Alex-Trio ward geboren. Inzwischen musizieren alle vier Familienmitglieder erfolgreich als Alex-Band zusammen.

Zwischen 15 und 20 Auftritte absolvieren die Profis monatlich. Zweimal im Jahr sorgen sie für Stimmung bei den Praxispartys der Hellersdorfer Physiotherapie „Aequilibrium“. Sie spielen zum Beispiel auch beim Biesdorfer Blütenfest, beim Erntedankfest in Marzahn, auf Hochzeiten und Geburtstagspartys, bei Feiern in Kleingartenanlagen und seit vielen Jahren auf der Biermeile zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor in der Karl-Marx-Allee. „Neben unserer Bühne wurde extra eine Tanzfläche aufgebaut, weil unsere Besucher unbedingt tanzen möchten“, erzählt Mario, der mit 37 Jahren der Jüngste in der Band ist.

Geprobt werden die Auftritte nicht. Denn die Alex-Band spielt das, was ihre Zuschauer hören wollen: Ganz spontan, auf Zuruf. Die jahrelange Erfahrung lässt sie dabei wirklich locker rüberkommen. Zum umfangreichen Repertoire gehören Unterhaltungsmusik aus den 60’ern, 70’ern, 80’ern und 90‘ern sowie aktuelle Songs. Wobei die Musiker jeden Titel in ihrer eigenen Art und Weise interpretieren. Oft ein bisschen melancholisch, mit einem Hauch slawischem Klang. Ganz wunderbar fügen sich die zwei Trompeten in die Melodien ein. Mario komponiert und textet auch selbst, kürzlich sogar die Hymne für den Sportverein Sparta Lichtenberg. Aufgenommen wurden zudem schon einige CDs – im eigenen Hellersdorfer Studio.

Jedes Jahr im Sommer reist die Musikerfamilie für drei Wochen nach Bulgarien. Danach fiebern die Vier aber schon wieder ihren nächsten Auftritten entgegen. 

 

Text: Steffi Bey, Foto: Photographic Berlin