Max Giesinger hat die IGA-Arena gerockt

Der 28-jährige Sänger und Songwriter trat erstmals im Bezirk auf

Max Giesinger hat die Arena gerockt

Vor einigen Jahren war Max Giesinger noch Straßenmusiker. Inzwischen kennt ihn fast ganz Deutschland. Mit seinem EM-Hit „80 Millionen“ stürmte der smarte Sänger und Songwriter die Charts. Der Höhenflug hält bis heute an. Aktuell tourt Max Giesinger durch Deutschland und ist erstmals auch in Marzahn-Hellersdorf aufgetreten. 

In der IGA-Arena begeisterte er 5.000 Fans mit seiner Musik („Der Junge, der rennt“, „Wenn sie tanzt“, „Roulette“) und seiner sympathischen Art. Auch im Interview mit der „Hellersdorfer“ gab sich der 28-jährige Badener herrlich normal.

 

Die Hellersdorfer: Max, du hast mit deiner Tour kürzlich Station auf der IGA gemacht. Wie steht es eigentlich um deine Blumen-Affinität. Hast du einen grünen Daumen?

Max Giesinger: Ich besitze fünf Pflanzen, drei davon sind Kakteen. Die verzeihen mir auch mal längere Ausflüge mit der Band. Die zwei anderen grünen Kollegen haben in letzter Zeit etwas gelitten. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle mal bei den beiden entschuldigen.

Die Hellersdorfer: Was ist deine Oase? Wobei kannst du abschalten?

Max Giesinger: Letztens war ich fünf Tage in Island. Da hat das mit dem Abschalten super funktioniert. Allgemein steh ich total drauf, in meiner Freizeit zu verreisen. Und beim sinnlos auf der Gitarre Rumdudeln komme ich auch prima runter. Außerdem bin ich echt gern bei meiner Familie in Baden, dafür bleibt gerade aber leider wenig Zeit.

Die Hellersdorfer:Seit deinem Mega-Hit „80 Millionen“ bist du gefühlt nicht mehr zur Ruhe gekommen. Fragst du dich manchmal, wie lange das für dich noch so weiter geht?

Max Giesinger: Klar hat man hier und da solche Gedanken. Und ich wüsste auch nicht, ob ich in zehn Jahren noch Bock hätte, so viel unterwegs zu sein. Dieses Jahr spielen wir um die 140 Shows und es macht mir nach dem 100. Auftritt immer noch unglaublichen Spaß, auf der Bühne zu stehen. Das deute ich mal als sehr gutes Zeichen. So lange es sich richtig anfühlt und Menschen zu meinen Konzerten kommen, ziehe ich das weiter auf dem Niveau durch.

Die Hellersdorfer: Welche Ziele hast du dir gesteckt? Oder bist du eher der Typ, der alles auf sich zukommen lässt?

Max Giesinger: Ich bin eher ein chaotischer Typ und Planen gehört nicht gerade zu meinen größten Stärken. Meine Ziele liegen mehr in naher Zukunft. Dazu gehört zum Beispiel, ein gutes drittes Album abzuliefern. Auf längere Sicht könnte ich mir vorstellen, irgendwann wieder aufs Land zu ziehen – mit Hund und allem Drum und Dran.

Die Hellersdorfer: Nach dem Abi bist du als Straßenmusiker durch Australien und Neuseeland getingelt. Live-Auftritte, die Nähe zum Publikum – das ist irgendwie schon immer dein Ding gewesen, richtig?

Max Giesinger: Ja, das war für mich schon immer das Größte. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich früher auf die ersten Konzerte mit meiner damaligen Band gefreut habe. Die Aufregung war schon fünf Tage vor den Auftritten da. Es ist immer mein Traum gewesen, so viel wie möglich vor Publikum zu spielen. Der ist wahr geworden.

Die Hellersdorfer:Die Inspiration für Songs nimmst du aus deinem eigenen Leben. Keine Angst, zu viel preiszugeben?

Max Giesinger: Man fragt sich natürlich immer, wie weit man da textlich gehen darf. Aber gerade wenn man sich auch verletzlich macht, werden Texte erst richtig stark.

Die Hellersdorfer: Was glaubst du, würdest du heute machen, wenn es mit der Musikkarriere nicht geklappt hätte?

Max Giesinger: Dann hätte ich ein Problem. Die Wahrheit ist, dass ich ansonsten nämlich nicht allzu viele Talente besitze.

Die Hellersdorfer: Und mit wem würdest du gern mal einen Tag tauschen?

Max Giesinger: Ich träume immer mal wieder davon, fliegen zu können. Wenn das also eine Option wäre, möchte ich einen Tag als flotter Seeadler am Himmel gleiten.

 

Interview: Claudia Dressel, Foto: Kai Marks