Das Grüne Haus ist für alle da

Große Angebotspalette für ganz unterschiedliche Interessen

Das Grüne Haus ist für alle da

Als nach der Wende die Geburtenzahlen drastisch zurückgingen, wurden Kindergärten und Schulen in Größenordnungen abgerissen. Dem ehemaligen Kita-Gebäude in der Boizenburger Straße 52-54 blieb dieses Schicksal erspart, weil sich sieben engagierte Menschen auf Initiative der Grünen Liga für die Umnutzung der leerstehenden Immobilie stark machten.

Sie gründeten 1997 einen Verein, krempelten die Ärmel hoch, begannen mit den erforderlichen Umbaumaßnahmen und mit der liebevollen Gestaltung des Gartens. 2001 öffnete dann das Grüne Haus seine Tore. Heute ist die Begegnungsstätte Sammelbecken ganz unterschiedlicher Interessen: Hier treffen sich Anwohner zum Kartenspielen und Kreativsein, um Vorträgen zu lauschen oder künstlerische Darbietungen zu erleben. Dort nutzen Hort- und Schulgruppen die verschiedenen ökologischen Bildungsangebote. Und während im Sportkeller bei Yoga, Judo, Selbstverteidigung und Gymnastik geschwitzt wird, gewährt das Edelsteinmuseum mit seinen rund 300 Exponaten Besuchern einen Einblick in die faszinierende Welt der Geologie.

 

Die ständigen Mieter am Standort helfen, das weitere Bestehen des Hauses zu sichern. Inzwischen gibt es hier eine Kostümwerkstatt, einen Computerdoktor, eine Psychologin und vieles mehr. Auch der Bezirksverband der Gartenfreunde Marzahn, die Tanz- und Theaterkinder vom Sommersprossen e. V. und eine Musikerzieherin haben sich im Grünen Haus niedergelassen.

 

„Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist und bleibt die Förderung des Natur- und Umweltschutzes“, betont Barbara Nitsche. Sie ist von Anfang an dabei und inzwischen Vorsitzende des Vereins, der in diesem Monat 20 Jahre alt wird. Aktuell arbeitet Nitsche mit der Heilerziehungspflegerin Carola Witzke daran, das jüngste Projekt des Grünen Hauses in den Kitas und Schulen des Bezirks bekannt zu machen. Es soll Kindern und Jugendlichen die Natur spielerisch näherbringen. Geplant sind unter anderem Ausflüge in die Tier- und Pflanzenwelt des Wuhletals und Kräuterkunde im hauseigenen Garten. „Die Kinder sollen Spaß an der Natur haben und gar nicht merken, dass sie nebenbei ganz viel Wissen mit nach Hause nehmen“,  erläutert Carola Witzke das Konzept. Die 52-Jährige hat zuvor zehn Jahre lang im Museumsdorf Düppel gearbeitet. Sie weiß, wie wichtig es ist, gerade auch Stadtkinder nach draußen zu locken, wo sie mit der Tier- und Pflanzenwelt in Berührung kommen.