Schuldnerberatung wird ausgebaut

Der Verein Julateg kann künftig noch mehr Beratungsstunden anbieten

Schuldnerberatung wird ausgebaut

Viele Haushalte sind heutzutage überschuldet – auch in Marzahn-Hellersdorf. Wem seine Schulden über den Kopf wachsen, der sollte sich an eine Schuldnerberatung wenden. Privatpersonen in Hellersdorf hilft der Verein Julateg, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Seinen Sitz hat der gemeinnützige Verein seit vielen Jahren in einem Elfgeschosser in der Ernst-Bloch-Straße 43.

Julateg wird im Rahmen einer Zuwendung durch das Amt für Soziales gefördert. Im Jahr 2017 konnten 659.000 Euro ausgezahlt werden, um den steigenden Bedarf an Beratung abzusichern. Die Senatsverwaltung hat nun die Summe an Beratungsstunden erhöht, für das Jahr 2018 werden 705.000 Euro bereitgestellt.

„Wir möchten möglichst vielen Menschen helfen, aus der Not herauszukommen und wieder Kraft und Mut zu schöpfen, um klar denken zu können und selbst Lösungsschritte einzuleiten“, sagt Marzahn-Hellersdorfs Sozialstadträtin Juliane Witt. „Dazu ist die Beratung in Hellersdorf am Cecilienplatz eine wichtige Adresse. Wir reichen diese Summe in voller Höhe an den Träger weiter, damit die Beratung von Überschuldeten und von Überschuldung bedrohten Bürgern kontinuierlich weitergeführt werden kann.”

Die Angebote der Beratungsstelle sind durch die Erhöhung der Zuwendungssumme gesichert. Auch ein Fortbildungsprozess wird ermöglicht, um den betroffenen Klienten in den finanziellen Krisensituationen durch entsprechendes Fachwissen zu helfen. Ein Teil der Erhöhung wird für die Einstellung einer neuen Beraterin oder eines neuen Beraters eingesetzt. Dadurch können mehr Einzelgespräche geführt und diese noch individueller und effektiver gestaltet werden.

Menschen gelten als überschuldet, wenn ihr Vermögen und monatliches Einkommen nicht mehr ausreichen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Das kann praktisch jeden treffen, der unerwartete Kosten nicht einkalkuliert hat. Die Hilfesuchenden kommen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen. In den meisten Fällen sind es Arbeitslosigkeit, eine gescheiterte Selbstständigkeit oder einschneidende private Ereignisse wie Trennung, Scheidung oder Tod des Partners, die zu kritischen finanziellen Situationen führen. Außerdem zählen unwirtschaftliches Konsumverhalten und (Sucht-)Erkrankungen zu den fünf häufigsten Auslösern für Überschuldung.

Die Julateg-Berater und -Verwaltungsassistenten unterstützen jeden Marzahn-Hellersdorfer, der sich an sie wendet – und das kostenlos. Sie helfen, eine Haushaltsanalyse aufzustellen, Rückstände abzubauen und gegebenenfalls in die Privatinsolvenz zu gehen.