Haus Babylon wird saniert

3,8 Millionen Euro fließen in den Umbau der Begegnungsstätte

Haus Babylon wird saniert

Viele Jahre wurde darum gerungen, das interkulturelle Zentrum Haus Babylon (Stephan-Born-Straße 4) wieder auf Vordermann zu bringen, jetzt ist es so weit. Die in einer ehemaligen Kita beheimatete Begegnungsstätte wird grundlegend saniert.

Erste Arbeiten haben bereits begonnen. Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb. „Wir werden keine Angebote streichen“, versichert Dr. Mekonnen­ Shiferaw, der mit seinem gemeinnützigen Verein Babel das Gebäude 1996 bezogen hat.

 

Rundumschlag statt Flickwerk

Inzwischen bröckelt es im Haus an allen Ecken und Enden: Ungedämmte Heizungsrohre erweisen sich als Energiefresser, es regnet rein, viele Fenster sind undicht und die Toiletten marode. Bisher wurden nur Notreparaturen vorgenommen. „Kleine Arbeiten haben wir auch selbst durchgeführt, aber irgendwann stößt man an seine Grenzen“, so Shiferaw. Nun stellt das Land Berlin 3,8 Millionen Euro aus Stadtentwicklungsmitteln zur Verfügung, um das Babylon fit für die Zukunft zu machen. Neben der energetischen Sanierung bilden der Brandschutz und die behindertengerechte Erschließung die Schwerpunkte der Maßnahme. Außerdem werden die Innenräume renoviert und durch Grundrissänderungen neu organisiert. Vor allem geht es dabei darum, zu große Flure und toten Raum nutzbar zu machen.

 

Sanierung in zwei Schritten

Vor wenigen Tagen haben Dr. Shiferaw und seine Mitstreiter eine Hälfte des Hauses beräumt, damit diese bis 2019 in Schuss gebracht werden kann. Danach zieht der Verein samt seinen Angeboten in die neuen Räume und die zweite Gebäudehälfte kann saniert werden. 2020 sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann betreibt auch die kommunale Musikschule wieder eine Außenstelle im Babylon. „Wir sind sehr froh, dass es endlich losgeht und sehen in der Sanierung auch eine Anerkennung für unsere bisher geleistete­ Arbeit“, sagt Babel-Geschäftsführer Dr. Mekonnen Shiferaw.

 

Tag der offenen Tür am 5. Mai

Bis zu 1.600 Besucher, überwiegend Kinder und Jugendliche, gehen Monat für Monat im Babylon ein und aus. Im Laufe der Jahre hat sich das Haus über die Bezirksgrenzen hinaus einen Namen als Ort der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Herkunft gemacht. Im prall gefüllten Veranstaltungskalender stehen unter anderem Schulprojekte, Seniorennachmittage und spezielle Veranstaltungen für Spätaussiedler. Migranten erhalten hier Beratung und Betreuung. Im Jugendclub wird gekocht, am Computer gearbeitet, Fußball und Billard gespielt, gebastelt, gesungen, sogar Spanisch gelernt und Yoga gemacht. Jeden Samstag treffen sich Geflüchtete im Sprachcafé­ „PalaverBar“, um sich auszutauschen und ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Und ganz lange Tradition hat mit mehr als 400 Ausgaben der „Interkulturelle Brunch“. Jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr werden hier warme und kalte Speisen aus einem anderen Land kredenzt. In entspannter Atmosphäre lassen es sich die Gäste schmecken. Außerdem erfahren sie bei einem spannenden Vortrag viel Wissenswertes über die jeweilige Region, die Kulturen der Welt und Themen wie Extremismus und Diskriminierung. Für ausreichend Gesprächsstoff ist also stets gesorgt.

Wer das Babylon in Hellersdorf noch nicht kennt, der kann sich beim Tag der offenen Tür am Samstag, dem 5. Mai, ab 14 Uhr, einen Überblick über die vielen Angebote der Einrichtung verschaffen.