Hereinspaziert! Zirkus Cabuwazi widmet dem Bezirk eine Show

Premiere ist heute Nachmittag um 16 Uhr

Zirkus Cabuwazi widmet dem Bezirk eine Show

Marzahn-Hellersdorf begeht in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen und eines der bekannten Kinder des Bezirks – der Chaotisch bunte Wanderzirkus, kurz Cabuwazi – gratuliert auf besondere Weise: mit einer eigens für das Jubiläum inszenierten Show, die am heutigen Sonnabend (13. April) um 16 Uhr im großen Zirkuszelt an der Otto-Rosenberg-Straße 2 Premiere feiert. 

Mit waghalsiger Luftakrobatik, einer atemberaubenden Pfannkuchen-Jonglage, rasant umherflitzenden Einrädern und vielen anderen spektakulären Artistiknummern wollen die Kinder und Jugendlichen zeigen das Publikum in ihren Bann ziehen. Eingebettet sind die Darbietungen in eine Rahmenhandlung, in der von Schülern erzählt wird, die sich auf ihrer abenteuerlichen Berlin-Fahrt nach Marzahn verirren und dort den Plattenbau-Bezirk näher kennenlernen.

Insgesamt sieben Vorstellungen wird es von der Jubiläumsshow in den kommenden Tagen geben. Einige sind bereits ausverkauft.

 

Top-moderne Trainingshalle eingeweiht

Der Zirkus Cabuwazi ist die einzige Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung in Marzahn-Hellersdorf mit zirkus-, tanz und theaterpädagogischem Programm. Rund 470 Kinder und Jugendliche ab neun Jahren trainieren hier Woche für Woche in offenen Angeboten, festen Trainingsgruppen sowie Schul- und Kitaprojekten – und zwar nun auch unter erstklassigen räumlichen Bedingungen. Denn exakt vor einer Woche wurde nach fast zweijähriger Bauzeit mit viel Tamtam die neue Trainings- und Veranstaltungshalle eingeweiht. Über 200 Gäste durften die beiden Zirkusleiter Fabian Gröger und Ralf Lindner an diesem Tag begrüßen. Und die kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Das lag zum einen an der wunderschönen Halle und zum anderen an den beeindruckenden Zirkusnummern, mit denen die jungen Artistinnen und Artisten begeisterten. 

 

Über 2,6 Millionen Euro aus dem Stadtumbau-Programm

Reden wurden natürlich auch gehalten. Bevor sie gemeinsam vor dem Eingang symbolisch ein rotes Band durchschnitt, erinnerte Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (LINKE) an den lange Zeit schlechten Zustand der Sporthalle: „Es war eng. Vieles hat nicht mehr funktioniert, weil die Turnhalle schon ziemlich alt und ursprünglich auch nicht für den Zirkus Cabuwazi gebaut worden war.“ Aus dem Stadtumbau-Programm konnte das 1985 errichtete Gebäude für etwas mehr als 2,6 Millionen Euro (ursprünglich waren 1,6 Millionen Euro veranschlagt) vollumfänglich saniert, erweitert und in ein modernes Trainingszentrum verwandelt werden, das sich als Veranstaltungssaal auch künftig in den Kiez öffnen soll. Cabuwazi-Chef Karl Köckenberg unternahm einen kleinen Streifzug durch die Geschichte des Marzahner Zirkus Springling, der 1992 von Harald Lindner gegründet wurde und seit 1997 zur Cabuwazi-Familie mit ihren aktuell fünf Standorten gehört. 

 

Eine Zerrung nur vom Zugucken

Während Bau- und Kulturstadträtin Juliane Witt (LINKE) vor allem das hohe künstlerische Niveau lobte, das Cabuwazi auszeichnet, sagte Jugendstadtrat Gordon Lemm (SPD): „Die Kids lernen hier Dinge, die fürs Leben wichtig sind.“ Sie zeigen Einsatz, treten vor Leuten auf, haben Erfolg, bekommen Selbstbewusstsein und wachsen über sich hinaus. Neben dem pädagogischen Wert unterstrich Lemm die Bedeutung des Zirkus für den Stadtteil – gerade im Hinblick auf die für 2020 geplante Abwicklung des Quartiersmanagements Mehrower Allee. „Da brauchen wir hier ein Stück weit einen Anker.“

In die gleiche Kerbe schlug Sandra Obermeyer, Abteilungsleiterin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Sie hoffe, sagte Obermeyer, dass der Ort gut bespielt und genutzt werde, sich in die Nachbarschaft einfüge und eine Magnetfunktion im Bezirk erfülle. Auch von ihr gab es ein dickes Lob für die Zirkuskinder: „Bei der Aufführung stand mir die ganze Zeit der Mund offen und ich fühlte nur vom Zugucken eine kleine Zerrung.“


Ein paar Impressionen vom Eröffnungstag


Alles neu – vom Fußboden bis zur Fassade

Hans-Jürgen Fröde vom Architektur-Büro Sasse & Fröde erläuterte in seinem Redebeitrag, was in den vergangenen anderthalb Jahren alles in der einstigen Typensporthalle passiert ist: „Außer der Tragkonstruktion des Gebäudes blieb nichts mehr im Bestand.“ Durch Anbauten entstanden zusätzliche Übungsflächen und Lageräume. „Der völlig desolate Eingangsbereich wurde durch ein großzügiges Foyer mit einem Bogendach ersetzt“, so Fröde. Auch die Umkleiden und Sanitäranlagen sind nicht wiederzuerkennen. Die Trainingshalle erhielt einen neuen Bodenbelag, zirkusspezifische Einbauten und einen Vorhang, der die Theater- und Bühnenbereich von den Übungsflächen trennt. Zum Verweilen lädt nun ein kleines Café ein, aus dem man das Treiben in der Halle beobachten kann. Außerdem wurde die gesamte Außenhülle energetisch saniert und das Gebäude barrierefrei mit einer Rampe über den Haupteingang erschlossen. Die in einem knalligen Orange gestaltete Fassade strahlte am Eröffnungstag mit der Sonne um die Wette.

 

Ein paar Baustellen gibt es aber auch noch. So waren vergangene Woche die Spiegel- und die Sprossenwände noch nicht angebracht. Auch die neue Küchenzeile fehlte. Außerdem müssen im Laufe des Jahres die Außenanlagen samt Kletterspielplatz fertiggestellt werden. Dafür wird der Bezirk 475.000 Euro ausgeben.                     


Der Zirkus Cabuwazi präsentiert

„40 Jahre Marzahn“

Zirkuszelt, Otto-Rosenberg-Straße 2, 12681 Berlin

Direkt am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße

Vorstellungen:

Sa, 13.04.,16 Uhr | So, 14.04.,16 Uhr | Di, 16.04., 10 + 14 Uhr

Mi, 17.04.,10 Uhr | Do, 18.04., 10 Uhr | Sa, 04.05., 16 Uhr 

Ticketreservierungen:

per E-Mail: ralf.lindner@cabuwazi.de

telefonisch: (030) 32 66 97 50

Eintritt:

5 € ermäßigt, 9 € für Erwachsene