Helmut-Behrendt-Schwimmhalle bleibt das ganze Jahr dicht

Sanierung verzögert sich erneut: Bausubstanz schlechter als erwartet

Marzahner Schwimmhalle bleibt 2020 dicht

Die Schwimmhalle am Helene-Weigel-Platz wird nicht wie zuletzt in Aussicht gestellt Ende März eröffnen können. Sie bleibt mindestens noch das komplette Jahr 2020 geschlossen. Diese Information der Berliner Bäder-Betriebe überbrachte Sportstadt Gordon Lemm (SPD) auf Anfrage der Linken-Verordneten Marina Richter-Kastschajewa in der gestrigen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). 

 

In einem inzwischen auch veröffentlichten Schreiben erklärt das landeseigene Unternehmen, dass die Sanierungsarbeiten noch aufwendiger werden als erwartet. Ursprünglich sollte die Schwimmhalle „Helmut Behrendt“ im Herbst 2019 eröffnen. Geplant war, das Schwimmbecken mit einer Wanne aus Edelstahl auszukleiden und den Aufbau des Beckens dabei weitgehend unangetastet zu lassen. Das stellte sich jedoch als nicht realistisch heraus, da auch der Estrich und die Abdichtung des Beckens so schadhaft waren, dass beides entfernt werden musste. Daraufhin korrigierten die Bäder-Betriebe den Eröffnungstermin auf März 2020.

 

Jetzt die neue Hiobsbotschaft: Beim Einbringen der Schächte für die neue Einströmanlage kam die schlechte Qualität des Bestandsbetons zutage, sodass kein Weg daran vorbeiführte, auch die Bodenplatte des Beckens zu entfernen. „Statt der ursprünglich vorgesehenen zehn Kubikmeter Bauschutt haben die Bauleute inzwischen mehr als 300 Kubikmeter Schutt mit Schubkarren aus der Halle gefahren“, berichten die Bäder-Betriebe. Diese herausfordernde Baulogistik sei nötig, weil die Schwimmhalle dicht von anderen Gebäuden umgeben ist und für großes Baugerät vor Ort schlichtweg der Platz fehlt. 

Zu Beginn der Bauarbeiten sei der schlechte Bauzustand des Beckens nicht absehbar gewesen, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Bodenplatte muss nun neu gegossen werden. Das alles wirft die Sanierung des Hallenbads um ein weiteres Dreivierteljahr zurück. Mindestens bis Ende 2020 bleibt die Schwimmhalle dicht.

 

Auf die Frage des Linken-Fraktionsvorsitzenden Bjoern Tielebein, wie die Bäder-Betriebe den Ausfall der Schwimmzeiten für Vereine und die Bürger*innen zu kompensieren gedenken und ob etwa geplant sei, auf Schließzeiten in der Schwimmhalle Kaulsdorf (Clara-Zetkin-Weg 13) zu verzichten, erklärte Stadtrat Lemm, das Landesunternehmen habe sich dazu in seiner ersten Stellungnahme noch nicht geäußert. 

 

© Berliner Bäder-Betriebe