Ein Juwel der Baugeschichte

Privatschulbetreiber erhält Denkmalpreis

Ein Juwel der Baugeschichte

Die Mitra Lomonossow-Schulen gGmbH wurde mit dem diesjährigen Berliner Denkmalpreis ausgezeichnet. Die begehrte Ferdinand-von-Quast-Medaille erhielt der Privatschulbetreiber für die Sanierung des Hauptgebäudes der einstigen „Anstalt für Epileptische Wuhlgarten bei Biesdorf“ (Brebacher Weg 15). 

Die im Stil der Neorenaissance errichtete Anlage entstand von 1890 bis 1893 nach Plänen des Architekten und damaligen Berliner Baustadtrates Hermann Blankenstein (1829-1910). Das Gebäudeensemble zählt zu Blankensteins architektonischen Glanzleistungen. Am größten und auffälligsten Bauwerk der Anlage prangt die Hausnummer 17. Anfangs befand sich hier die Zentrale der Anstalt, später dann das Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus und schließlich die Verwaltung der Psychiatrie-Filiale des Vivantes Klinikums Hellersdorf. Ab 2012 stand der Prachtbau leer. Dann zog kurzzeitig ein Antiquitätenhandel ein, bis die Mitra Lomonossow-Schule gGmbH das Haus kaufte, weil ihre Filiale an der Allee der Kosmonauten zu klein geworden war. Inzwischen werden in der neuen internationalen Schule am Brebacher Weg rund 250 Kinder von der dritten bis zur zwölften Klasse unterrichtet. 

 

Zuvor aber musste die Schulgesellschaft das Gebäude sanieren und für ihre Zwecke herrichten lassen. „Es war in einem sehr schlechten Zustand“, berichtet der für die Bauplanungen bei Mitra zuständige Arthur Heinrich. Der freie Träger steckte über zehn Millionen Euro in die von 2015 bis 2018 andauernde Sanierung. Mit dem Geld wurden nicht nur das Dach komplett saniert sowie neue Fenster und Türen eingesetzt, das Haus bekam auch zwei neue Treppenanlagen als Fluchtwege und moderne WCs. Im Dachgeschoss entstanden zusätzliche Räume, im Keller eine Mensa. An der Rückseite des Hauses legten Garten- und Landschaftsbauer einen komplett neuen Schulhof  an. 

Solch eine Sanierung im Bestand verläuft selten ohne Schwierigkeiten. Darauf verwies Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) in seiner Laudatio zur Verleihung des Denkmalpreises der Hauptstadt. Zu ersetzende Fenster, Dachziegel oder Fliesen mussten den Originalen entsprechen. „Sogar Teile der Innenausstattung der 1950er Jahre wurden restauriert und die Außenanlagen fügen sich harmonisch in das Gartendenkmal ein“, hebt Lederer hervor. Bei alledem galt es, Lösungen zu finden, wie in dem Haus der Schulbetrieb nach modernen Maßstäben ermöglicht werden könne. Das hat geklappt. 

 

„Die Kinder fühlen sich in dem sanierten Haus wohl und die Eltern der Schüler sowie die Lehrer sind begeistert“, erklärt Alexander Ott, Schulkoordinator bei Mitra. Darüber hinaus sei es gelungen, ein solch attraktives und kulturhistorisch wertvolles Gebäude für künftige Generationen zu erhalten, sagt Ott nicht ohne Stolz. Im kommenden Schuljahr wird die Lomonossow-Schule in ihrem schmucken Domizil erstmals eine 13. Klasse einrichten.     

 

Harald Ritter