Wenn das Herz auf einmal stillsteht

Jetzt für den Kaulsdorfer Herztag am 14. November anmelden

Wenn das Herz auf einmal stillsteht

Von einem Moment auf den anderen aus dem Leben gerissen, weil das Herz völlig unerwartet die Arbeit einstellt – dieser Tod ereilt allein in Deutschland jedes Jahr schätzungsweise 65.000 Menschen. Statistisch sind das 178 pro Tag und damit unnötig viele, meinen Expert:innen. Denn plötzliches Herzversagen ist kein unabwendbares Schicksal, sondern meist auf eine nicht erkannte oder aber ignorierte Herzerkrankung zurückzuführen. Wer gefährdet ist und wie sie durch konsequentes Vorbeugen, frühzeitige Diagnose und Therapie dem Sekundentod ein Schnippchen schlagen können, erfahren Besucher:innen beim diesjährigen Herztag im Vivantes Klinikum Kaulsdorf. Die Veranstaltung findet am 14. November wie immer im Rahmen der bundesweiten Herzwochen statt. Sie steht unter der Überschrift: „Herzkrank? – Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“

„Hauptursache Nummer eins für einen plötzlichen Herztod ist eine nicht ausreichend diagnostizierte und behandelte koronare Herzerkrankung“, erklärt Dr. Jens-Uwe Röhnisch, Chefarzt der Kardiologie in Kaulsdorf. Allein in Deutschland leiden rund sechs Millionen Personen an einer KHK, bei der verengte Gefäße die Sauerstoffversorgung des Herzens beeinträchtigen. Besonders tückisch daran ist, dass dieser Prozess schleichend und oft lange Zeit unbemerkt verläuft. Zu den größten Risikofaktoren zählen Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte. Darüber hinaus kann plötzliches Herzversagen auch auf das Konto einer Erkrankung des Herzmuskels, der Herzklappen oder eines seltenen angeborenen Herzfehlers gehen. 

 

Das eigene Risiko kennen

Der Kaulsdorfer Herztag soll potenzielle Risikogruppen dafür sensibilisieren, die Gefahr bei sich zu erkennen und bestimmte Routineuntersuchungen rechtzeitig wahrzunehmen. Insofern richtet sich die Veranstaltung nicht nur an Raucher:innen, Übergewichtige, Hypertoniker:innen, Zuckerkranke und an Menschen, die einen Herzstillstand schon einmal überlebt haben, sondern auch an scheinbar Gesunde, in deren Familien bei Verwandten ersten Grades Schlaganfälle oder Herzinfarkte bereits vorgekommen sind. 

 

„Defi-Weste“ kann Patienten eine Operation ersparen

„Erfreulicherweise haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte in Diagnostik und Therapie erzielt“, bemerkt Dr. Röhnisch. Gerade gegen eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens gebe es inzwischen sehr wirksame Medikamente. Richtig eingestellt, lasse sich bei Patient:innen das Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen und einen plötzlichen Herztod deutlich verringern, so der Mediziner. 

 

Bis die Therapie auf die betroffene Person allerdings optimiert ist, dauert es manchmal ein paar Monate. Eine Defibrillator-Weste kann in dieser Zeit den notwendigen Schutz bieten. In Kaulsdorf werden immer mehr Hochrisikopatient:innen übergangsweise mit einem solchen tragbaren Lebensretter versorgt. „Der Vorteil ist, dass wir nicht voreilig einen Defibrillator einsetzen müssen, sondern erst einmal schauen können, ob sich die Herzfunktion noch verbessert“, erläutert Dr. Jens-Uwe Röhnisch den Nutzen. Fast der Hälfte der Patient:innen bliebe dadurch eine „Defi“-Operation erspart.

 

 

 

Herz in guten Händen: 24/7- Katheterbereitschaft

Wer aber voraussichtlich lebenslang ein hohes Risiko hat, vom plötzlichen Herztod ereilt zu werden, muss in der Regel durch einen unter die Haut gepflanzten Defibrillator – kurz ICD – geschützt werden. Das wenige Zentimeter große Gerät überwacht den Herzrhythmus und kann Kammerflimmern stoppen, indem es das Herz mit gezielten Stromstößen wieder in den richtigen Takt bringt. Für die Implantation dieser und anderer Geräte wie Herzschrittmacher, Loop-Recorder und CRT-Schrittmacher steht den Spezialist:innen aus Kaulsdorf ein hochmodernes Katheterlabor zur Verfügung. Dort können auch Herzinfarktpatient:innen sofort notfallmedizinisch versorgt werden – und zwar 24 Stunden am Tag an sieben Tagen pro Woche. 

 

Aufklärung, Check-ups und Erste-Hilfe-Tipps

Jede Menge Wissenswertes rund um das Thema Herzstillstand und plötzlicher Herztod ist am 14. November von Chefarzt Dr. Jens-Uwe Röhnisch und seinem Team zu erfahren. Neben leicht verständlichen Expert:innen-Vorträgen (siehe Infokasten) stehen Blutdruckmessungen, Herzultraschall- und EKG-Vorführungen auf dem Programm. Besucher:innen können vor Ort auch die Defibrillator-Weste genauer unter die Lupe nehmen. Außerdem gibt es Stände mit reichlich Infomaterial, einen kleinen Imbiss sowie Erste-Hilfe-Demonstrationen. Gerade letzteres aus gutem Grund, denn beim plötzlichen Herzstillstand entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod. Nur wenn Menschen in der Nähe sind, die sofort den Notruf absetzen und entschlossen die Wiederbelebung beginnen, haben Betroffene eine Chance, gerettet zu werden.