Berliner Queer-Beauftragter: „Trans sein ist kein Trend“

Marzahn-Hellersdorf hisst Flagge zum „Transgender Day of Visibility“

Berliner Queer-Beauftragter: "Trans sein ist kein Trend"

Am 31. März wird weltweit der Trans-Sichtbarkeitstag („Transgender Day of Visibility“) begangen, um den Kampf von trans Personen für ein selbstbestimmtes Leben und für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft zu würdigen. Gleichzeitig wird an dem Tag darauf aufmerksam gemacht, dass Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht in ihrer Geburtsurkunde identifizieren können, häufig Benachteiligung, Diskriminierung und Gewalt erfahren. Mit dem Hissen der hellblau-rosa-weißen Transgender-Fahne auf dem Rathausvorplatz hat der Bezirk Marzahn-Hellersdorf bereits am Donnerstag ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Inklusion gesetzt.

An dem symbolischen Akt nahmen die bezirkliche Queer-Beauftragte, Vanessa Krah, der Queer-Beauftragte des Landes Berlin, Alfonso Pantisano, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Alice-Salomon-Hochschule, Nina Lawrenz, und weitere Aktivist:innen teil. „Marzahn-Hellersdorf bemüht sich schon seit vielen Jahren, auf dem Gebiet sehr inklusiv zu sein“, erklärte Alfonso Pantisano. Der Aktionstag und das Hissen der Flagge signalisiere Geschlossenheit. „Wir zeigen, dass es uns gibt, dass wir hier sind und hier auch bleiben werden.“

 

Außerdem widersprach der Landes-Queer-Beauftragte „rechten Narrativen“, wonach trans sein, ein Trend oder Hype sei. „Trans sein ist kein Trend, sondern war schon vor 100 Jahren ein Riesenthema“, betonte er und erinnerte an die Weimarer Republik, als es in Berlin mehr queere Lokale gab als überall sonst in Europa, geschlechtsangleichende Operationen aufkamen, der jüdische Arzt und Queer-Theorie-Vordenker Magnus Hirschfeld das Berliner Institut für Sexualwissenschaft gründete und „Passierscheine“ für Cross-Dresser und Transgender-Personen ausgestellt wurden, um diese vor Verhaftung und Strafen zu schützen. „Es gab im Berlin der 1920er Jahre mehrere Zeitschriften für Lesben, Schwule und trans Personen und auch die erste queere Demo“, so Pantisano. Er fordert: „Wir müssen einfach viel mehr akzeptieren, dass es queere Menschen gibt.“

 

Die hellblauen Streifen stehen für Männlichkeit, die rosafarbenen für Weiblichkeit und der weiße Streifen für alle Geschlechtsidentitäten dazwischen.
Die hellblauen Streifen stehen für Männlichkeit, die rosafarbenen für Weiblichkeit und der weiße Streifen für alle Geschlechtsidentitäten dazwischen.