So feiern unsere Politiker Weihnachten

Plätzchen, Pyramiden – und ein bisschen Pause vom Alltagsstress:

So feiern unsere Politiker Weihnachten

Wenn der Duft von Gans, Rotkohl und Klößen durch die Wohnungen zieht, gönnen sich auch die Spitzenpolitikerinnen und -politiker aus Marzahn-Hellersdorf ein paar besinnliche Momente. Wir haben nachgefragt, wie sie die Feiertage verbringen.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) feiert mit Familie, Freunden und vor allem den Enkelkindern, die gemeinsam mit ihr den Baum schmücken. Es gibt ganz traditionell Weihnachtsgans mit Rotkohl und Klößen. „Und natürlich dürfen Mürbeteigkekse mit bunten Streuseln nicht fehlen“, verrät sie. Dass Spranger zwischen den Jahren abschaltet, ist etwa so wahrscheinlich wie ein böllerfreier Silvesterabend: Als Innensenatorin ist sie unterwegs, besucht Einsatzkräfte und bleibt erreichbar. Ihr Vorsatz fürs nächste Jahr: Mehr Zeit für Privates und die Menschen einplanen, die nicht im Business-Terminkalender stehen.

Für Bezirksstadtrat Stefan Bley (CDU) ist Weihnachten klar durchgetaktet: Heiligabend gehört Frau und Kindern, der erste Feiertag seiner Familie – auf den Tisch kommen Kaninchenkeulen, Rotkohl und Klöße –, der zweite der Schwiegerfamilie. Seine Bilanz reicht von beruflichen Erfolgen bis hin zu Rückschlägen und der Erkenntnis, dass der Tag zu wenig Stunden hat: In der Schulbauoffensive wurde einiges erreicht, zugleich ist dem Schulamt nach kurzer Zeit die Leitung abhandengekommen. Positiv verbucht Bley seine erneute Ernennung zum Leiter des Kreisverbindungskommandos Marzahn-Hellersdorf für weitere fünf Jahre. Für 2026 nimmt er sich mehr Bewegung vor – und die Digitalisierung im Bezirk endlich spürbar voranzubringen.

Zu Hause bei Juliane Witt (Linke) – die Sozialstadträtin stammt aus Dresden – herrscht erzgebirgische Gemütlichkeit – mit Holzpyramide, roten Kerzen, Adventskranz und allem Pipapo. Die Kochschürze bindet sich ihr Mann um. Es gibt Wild und für die vegetarischen Familienmitglieder einen winterlichen Gemüseauflauf. Geschenke besorgt Witt schon das ganze Jahr über – besondere Bücher, eine warme Decke oder etwas Handgemachtes vom Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt zum Beispiel. Ihre Jahresbilanz fällt trotz großer Herausforderungen positiv aus – dank viertem Bürgeramt, engagierten Sozialarbeitern, die die steigende Anzahl von Menschen mit Hilfebedarf professionell und zuverlässig betreuen sowie starken Partnern im Ausbau von sozialen Angeboten. An den Urlaubstagen gilt: Tagsüber wird gewandert und Zeit mit der Familie verbracht, morgens und abends werden Dienst-Mails gecheckt. „In Notfällen sind wir alle erreichbar.“  

SPD-Bezirksstadtrat Gordon Lemm ist zwischen Weihnachten und Silvester im Dienst. An den Feiertagen hält er es klassisch: Gans bei Mama, Raclette bei den Schwiegereltern und am Weihnachtsmorgen ein großes Familientreffen, bei dem alle – wie er betont, freiwillig erscheinen. Ob er Last-Minute-Geschenke kauft? Wer ihn kenne, wisse die Antwort. Seine Jahresbilanz fällt gemischt aus. Auf der Habenseite: die überwundene Kitakrise. Außerdem kommen wohl drei neue Jugendclubs und ein Ärztezentrum für Allgemeinmedizin in Marzahn. Weniger erfreulich: die finanzielle Lage von Land und Bezirken. Etliche Projekte wurden gekürzt oder gestrichen. Wieder einmal wird der Bezirk zudem auf einem zweistelligen Millionenbetrag für die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfen zur Erziehung sitzen bleiben. Sein Vorsatz fürs kommende Jahr: Missstände deutlicher ansprechen. Unter anderem wolle er seinen Forderungen nach einem Smartphone-Verbot an Schulen und der Zahnputzpflicht in Kitas noch mehr Gehör verschaffen.

Bei Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) geht es zu Weihnachten ruhig und familiär zu. Sie freut sich vor allem auf entspannte Tage zu Hause – mit gutem Essen und liebgewonnenen Ritualen: Plätzchen backen, Weihnachtslieder singen und den DEFA-Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ schauen. Kulinarisch bleibt sie bei Bewährtem: Heiligabend gibt es Kartoffelsalat und Würstchen, am ersten Feiertag Gans, am zweiten Wild. Dabei steht sie selbst in der Küche. Mit den Geschenken hält sie es wie ihr Parteikollege Stefan Bley: Nur die Kinder bekommen was. Zwischen den Jahren versucht Günther-Wünsch zwar abzuschalten, aber so ganz verschwindet das Smartphone nicht aus dem Blick: „Es bleibt im Dienstmodus – nur eben nicht 24/7.“

Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU), freut sich auf die Zeit zwischen den Jahren. Dann trudeln nämlich ihr Sohn, verstreute Familienmitglieder, Freunde und frühere Kommilitonen wieder in der alten Heimat Dresden ein – und plötzlich fühlt sich alles an wie ein kleiner Zeitsprung zurück ins Studentenwohnheim: lange Abende, viel Gelächter, Spiele, Gespräche, niemand muss morgens früh raus. Ihr Weihnachtsbaum hat echte Kerzen. Kein LED-Geflacker, richtiges Feuer, Tannenduft und Knistern. Das Festtagsessen kommt wie immer aus der eigenen Küche, mit tatkräftiger Unterstützung des Schwagers. Die Gans stammt aus einem Nachbarschaftstausch: Der Bauer bringt das Tier, und darf im Gegenzug das Heu von Zivkovics Wiese ernten. Bei den Geschenken geht Zivkovic pragmatisch vor: Mal findet sie im Sommer etwas, das perfekt passt, mal entscheidet sie sich fünf Minuten vor Ladenschluss. Hauptsache, die Idee stimmt. Mit ihrer Jahresbilanz ist sie zufrieden: Viele Projekte seien vorangekommen – mehr Bänke, sicherere Straßen, bessere Radlösungen. Vieles bleibe unsichtbar, weil so viel Arbeit in Absprachen, E-Mails und Terminen steckt. Umso mehr lobt sie ihr Team, das täglich Lösungen findet. Zwischen den Jahren versucht sie eine gute Balance zwischen ihren beruflichen Verpflichtungen und „Me-Time“ zu finden. Für das kommende Jahr nimmt sie sich vor, Projekte schneller umzusetzen und den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu intensivieren.

Für die Bundestagsabgeordnete Katalin Gennburg (Linke) ist Weihnachten die seltene Gelegenheit, wirklich runterzufahren – Zeit mit ihrer Tochter, ihrem Freund und der ganzen Familie zu verbringen und das turbulente Wahljahr hinter sich zu lassen. Ihre festen Rituale: faulenzen, Musik hören, Vanillekipferl backen, lange Spaziergänge und natürlich „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Beim Essen ist die Aufgabenverteilung klar: Ihr Freund bereitet den Lachs vom Pankower Fischer zu, sie selbst die Marillenknödel.

Politisch sei 2025 fordernd gewesen – viele Menschen kämpfen mit steigenden Kosten, gesellschaftliche Konflikte haben zugenommen. Trotzdem blickt sie optimistisch nach vorn und sammelt Kraft „für eine starke Linke im Roten Rathaus“. Zwischen den Jahren bleibt das Smartphone an, der Laptop aber zu. Für 2026 hat sie sich vorgenommen, Anti-Nachverdichtungsinitiativen im Bezirk noch stärker zu unterstützen – und, wie sie augenzwinkernd in Hinblick auf den Erfolg bei der Fasanen-Apotheke sagt, „nicht nur eine Apotheke zu retten“. Auch die Entscheidung über das Freibad müsse fallen.

Für Bezirksstadträtin Heike Wessoly (CDU) ist Weihnachten vor allem eins: ein Moment, um im Kreis der Familie zur Ruhe zu kommen und das Jahr ein bisschen sacken zu lassen. Früher traf man sich bei ihren Eltern, inzwischen kommen alle zu ihr – gemeinsames Kochen, gemeinsames Essen, einfach Nähe und Geselligkeit. Geschenke sind für sie zweitrangig. Nach einem turbulenten Jahr zählen die gemeinsamen Stunden mehr als alles, was man einpacken kann. Im Stadtentwicklungsamt kehre rund um den Jahreswechsel nur kurzzeitig etwas Ruhe ein, sagt sie. Wenn etwas Wichtiges anstehe, sei sie erreichbar.

Für das kommende Jahr nimmt sich auch Heike Wessoly vor, stärker mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch zu bleiben. „Das heißt für mich konkret, dass wir den Bauherren noch besser vermitteln müssen, wie wichtig es ist, dass sie die Anwohnenden informieren, bevor die Gerüchteküche brodelt“, sagt sie.