Noch 66.000 Euro bis zum FuWo-Comeback

Ein Mahlsdorfer und seine Mitstreiter auf großer Rettungsmission für das Kultmedium 

Noch 66.000 Euro bis zum FuWo-Comeback

Will die FuWo wieder großmachen: Tino Loest (li.) hier bei einem Fußball-Event Am Rosenhag im vergangenen Juni mit Eintracht-Jugendleiter Alexander Möller und Unions Marie-Louise Eta.
Will die FuWo wieder großmachen: Tino Loest (li.) hier bei einem Fußball-Event Am Rosenhag im vergangenen Juni mit Eintracht-Jugendleiter Alexander Möller und Unions Marie-Louise Eta.

Es war über Jahrzehnte ein festes Ritual für viele Fans und Aktive: Montagmorgen, auf dem Weg zur Schule, zur Uni oder ins Büro, schnell am Kiosk haltmachen und die druckfrische Fußball-Woche unter den Arm klemmen. Ergebnisse aus dem Amateurfußball checken, Spielberichte lesen, Torschützen durchgehen, die „Elf des Tages“ diskutieren: In einer Zeit, als es noch keine Online-Plattformen wie fussball.de oder FuPa gab, war die FuWo das Panoramafenster in die Berliner Fußballwelt. Umso größer war der Schock, als im Herbst 2025 nach 102 Jahren auf einmal Schluss war. Jetzt könnte die FuWo zurückkehren.

Und der Impuls dafür kommt aus Marzahn-Hellersdorf. Initiator ist Tino Loest, Unternehmer und 1. Vorsitzender von Oberligist Eintracht Mahlsdorf. Gemeinsam mit engagierten Mitstreitern will er das Traditionsblatt neu aufstellen – digitaler, moderner, aber mit dem alten Herz und „echtem Journalismus von den Plätzen – bei Wind und Wetter“, wie es auf der Crowdfunding-Plattform Startnext heißt. Dort nämlich soll der Neustart möglich gemacht werden. Seit Ende April läuft die Spendenkampagne. Die Idee: Viele Unterstützer finanzieren gemeinsam die Auferstehung der FuWo. Kleine Beträge sind genauso möglich wie große. Die „Dankeschöns“ reichen vom Sticker bis zum „Legenden“-Status für Großspender. Die erste Zielmarke liegt bei 100.000 Euro. Wird sie erreicht, ist die Grundlage für die Rettungsaktion gelegt. Das absolute Traumszenario wäre eine Million Euro.



Inhaltlich plant das Team eine Art Rundum-Paket für den Berliner Amateurfußball: eine App mit Live-Ergebnissen, Website, den Newsletter „Kurzpass“, Social Media – und perspektivisch auch wieder gedruckte Ausgaben. Zum Auftakt der neuen Saison sind zwei FuWo-Sonderhefte geplant – für den Männer- und den Frauenfußball. Frauen-, Jugend- und Breitensport sollen insgesamt stärker in den Fokus rücken als früher. „Wir wollen dem Berliner Fußball wieder eine Stimme geben“, sagt Loest.

 

Doch klar ist auch: Garantiert ist der Neustart nicht. Crowdfunding funktioniert nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip – wird das Mindestziel bis Ende Juli verfehlt, kommt das Projekt nicht zustande. Loest formulierte es bei der Vorstellung des Vorhabens trocken: „Dann haben wir es wenigstens versucht.“ Für Fußballromantiker aus der Region wäre das Comeback mehr als nur ein Medienprojekt – es wäre die Rückkehr eines Stücks heiler Fußballwelt. Ob es so weit kommt, entscheidet diesmal nicht ein Verlag, sondern die Community selbst. 

 

Mehr über die Kampagne erfahren auf www.startnext.com/fuwo