Auch Hellersdorf soll eine Frauensporthalle bekommen

Fit und Fun Marzahn e. V. macht sich für ein weiteres geschütztes Bewegungsangebot im Bezirk stark

Auch Hellersdorf soll eine Frauensporthalle bekommen

Was vor mehr als zehn Jahren noch heftig diskutiert wurde, gilt inzwischen als Erfolgsmodell: Die vom Verein Fit und Fun Marzahn e. V. betriebene Frauensporthalle im Freizeitforum Marzahn hat bewiesen, dass geschützte Sportangebote Mädchen und Frauen erreichen, die sonst oft keinen Weg in den Vereinssport finden. Rund 1.500 Menschen nutzen inzwischen die Angebote. Nun kämpft der Verein dafür, das Konzept auch nach Hellersdorf zu bringen.

Dort sollen Frauen und Mädchen künftig nicht mehr den weiten Weg nach Marzahn-Mitte auf sich nehmen müssen. „Wir wollen nach Hellersdorf gehen, damit die Hellersdorferinnen nicht zu uns kommen müssen“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Yvonne Blankenforth. Der Bedarf an geschützten Sporträumen sei weiterhin groß, auch wenn sich in Sachen Gleichstellung schon etwas getan hat. Lag der Frauenanteil in den Sportvereinen des Bezirks zu Beginn des Projekts bei rund 34 Prozent, sind es mittlerweile etwa 40 Prozent. Aus dem Ursprungsprojekt ist inzwischen ein Netzwerk für Mädchen- und Frauensport in Marzahn-Hellersdorf entstanden, das die Erfahrungen in den gesamten Bezirk tragen soll.

 

Dabei geht es den Verantwortlichen ausdrücklich nicht um ein zweites Freizeitforum. „So ein Objekt werden wir nicht finden“, sagt die Vereinsvorsitzende Brigitte Dame. Denkbar sei vielmehr eine Schulsporthalle, die an mehreren Tagen pro Woche ausschließlich Mädchen und Frauen zur Verfügung steht. Wichtig seien eine gute Erreichbarkeit, eine angenehme Atmosphäre und verlässliche Nutzungszeiten. Gerade Alleinerziehende oder berufstätige Frauen bräuchten wohnortnahe, niedrigschwellige Angebote. Dazu gehörten Eltern-Kind-Kurse und Möglichkeiten zur Kinderbetreuung. Bewusst hält der Verein seine Beiträge niedrig, damit Sport nicht am Geld scheitert.

 

 

Wie vielfältig das Angebot inzwischen ist, zeigt ein Blick in den Wochenplan: Yoga, Pilates, Nordic Walking, Rehasport, Aquafitness, Tai-Chi oder das stark nachgefragte „Heels Dance“ gehören ebenso dazu wie Eltern-Kind-Kurse und ein offenes Familienangebot am Wochenende. Mehr als 50 speziell geschulte Übungsleiterinnen und Übungsleiter gestalten die Kurse.

 

Rückenwind erhielt das Anliegen nun auch aus der BVV. Sie beschloss im Juli, das Bezirksamt prüfen zu lassen, ob das Konzept einer Frauensporthalle auch in Hellersdorf umgesetzt werden kann.  Eine Zusage für eine zweite Frauensporthalle ist das allerdings noch nicht. Sportstadtrat Stefan Bley (CDU) macht deutlich, dass es keine „Frauensporthalle 2.0“ geben werde. In der neuen Sporthalle am Auerbacher Ring sehe er aber die Chance, feste Zeiten ausschließlich für den Mädchen- und Frauensport einzurichten. Wie umfangreich diese ausfallen können, werde sich erst nach der Fertigstellung der Halle im Jahr 2028 zeigen.

 

Für den Sportverein ist das dennoch ein positives Signal. Die Vertreterinnen des Vorstands betonen, dass es ihnen nicht um die eigene Profilierung gehe. Vielmehr wolle man die in Marzahn gesammelten Erfahrungen allen Sportvereinen im Bezirk zur Verfügung stellen. „Es geht um den Gleichstellungsgedanken im Sport“, sagt Brigitte Dame. Entscheidend sei, dass Frauen und Mädchen wohnortnah einen geschützten Ort für Bewegung finden.  Fit und Fun Marzahn e. V. will nicht lockerlassen, bis das auch Realität wird.